PUMPKIN NIGHT
Wenn das Opfer
zur Horrorikone wird
Manga
Autor: Masaya Hokazono
Zeichnungen: Seima Taniguchi
Eine Rezension von Carsten Gritzan / Super Mega Color für das KISS MY MAG Magazin
Eine Kürbismaske, eine Schuluniform und eine offene Rechnung: Pumpkin Night verbindet hemmungslosen Slasher-Horror mit einer Geschichte über Mobbing und zerstörtes Vertrauen. Der Manga ist drastisch, grotesk und erstaunlich verführerisch. Doch wie viel Gesellschaftskritik steckt tatsächlich in seiner Gewalt? Und wann wird das Leid einer Figur zum Treibstoff für die nächste Attraktion?
Manche Horrorfiguren brauchen keine Vorstellung. Eine Maske genügt, und wir wissen, dass der Abend unangenehm wird. Bei Pumpkin Night ist es ein grotesk grinsender Kürbiskopf über einer Schuluniform. Halloween-Dekoration mit ausgesprochen schlechter Laune. Ein Motiv, das gleichzeitig albern, unheimlich und sofort wiedererkennbar ist. Genau diese Mischung bestimmt den Manga von Masaya Hokazono und Seima Taniguchi. Ein ernstes Ausgangsdrama, entfesselt mit der Zurückhaltung einer kaputten Nebelmaschine im Geisterbahnfinale.
Hinweis: Der Artikel und der Podcast enthalten Spoiler zur Ausgangssituation und zur späteren Ausrichtung der Serie.
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Die Oberschülerin Asumi erhält eine Todesdrohung von einem unbekannten Social-Media-Account. Hinter dem Namen Pumpkin Night steckt Naoko Kirino, eine ehemalige Mitschülerin. Was wie die übliche digitale Provokation wirken könnte, wird mörderischer Ernst. Naoko will sich an Menschen rächen, die sie während ihrer Mittelschulzeit gequält haben. Ihre Vergangenheit ist der Motor einer Jagd, bei der die Täter von damals ihre Sicherheit verlieren. Die deutsche Ausgabe erscheint seit Oktober 2024 bei Manga Cult und wird vom Verlag ab 18 Jahren empfohlen.
Damit ist das Versprechen der Serie ausgesprochen klar. Sie will erschrecken, ekeln, überraschen und unterhalten. Trotzdem wäre es zu einfach, hinter der Maske nur ein austauschbares Monster zu sehen. Naokos Vorgeschichte macht aus dem vertrauten Verfolgungsspiel ein unangenehmes Arrangement. Wir sollen ihre Verletzungen verstehen und müssen zugleich auf ihre Gewalt reagieren.



