IMMORTALITY AND PUNISHMENT

Immortality and Punishment
Kentaro Sato

KISS MY MAG

Willkommen im Love Hotel

Ein missglückter One-Night-Stand, ein einsames Hotelzimmer und draußen geht die Welt zum Teufel. Manche Nächte sollte man einfach überspringen. Für Fumito wird ausgerechnet die sexuelle Bruchlandung allerdings zum vorläufigen Lebensretter: Während er noch allein im Zimmer sitzt, verwandelt eine Infektion die Menschen in mordlüsterne Zombies. Willkommen im Love Hotel. Frühstück fällt aus, ausgecheckt wird vermutlich im Leichensack. Kentaro Satos IMMORTALITY AND PUNISHMENT startet mit einer ziemlich fiesen Pointe und liefert anschließend kurzweiligen Zombie-Trash mit einer unangenehmen Frage im Gepäck: Für wen drücken wir hier eigentlich die Daumen?

Denn Fumito ist kein unbeschriebenes Blatt, das zufällig zwischen die Zähne der Apokalypse gerät. Seine Vergangenheit wiegt schwer. Hinter dem jungen Mann steckt eine blutige Vorgeschichte, deren Schatten sich auch durch den Zusammenbruch der Zivilisation nicht abschütteln lassen. Überleben bedeutet für ihn deshalb mehr als Türen verbarrikadieren und Abstand zu sabbernden Mitmenschen halten. Es bedeutet, mit seiner Schuld weiterleben zu müssen. Nur indem Fumito lebt, kann er für seine Vergangenheit büßen.

Die Zombies bringen Bewegung, Blut und reichlich schlechte Nachrichten ins Hotel. Die spannendere Geschichte trägt aber der Protagonist in sich. Seine Vergangenheit stellt unsere gewohnte Solidarität mit dem bedrängten Überlebenden infrage. Normalerweise reicht im Zombiegenre ein Puls, damit wir einer Figur die Flucht wünschen. Sato macht es uns deutlich unbequemer. Neugier funktioniert hier mindestens so gut wie Sympathie.

Dabei bleibt der erste Band angenehm flott. Der Schauplatz bietet die passende Enge für einen schmutzigen Überlebensthriller: Hinter jeder Tür könnte Hilfe warten oder der nächste Grund, sie sofort wieder zuzuschlagen. Auch die übrigen Überlebenden versprechen wenig Entspannung. So entsteht ein reizvoller Wechsel zwischen äußerer Bedrohung und innerem Abgrund. Für die nächste Seite braucht es jedenfalls keinen besonders kräftigen Schubs.


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