SCARED SHITLESS
Monster im Rohr,
Party auf dem Sofa!
Ein Film von Vivieno Caldinelli
Mit: Steven Ogg, Daniel Doheny u.v.a.
Eine Review von Carsten Gritzan / Super Mega Color
für das KISS MY MAG Magazin
Es gibt Filme, bei denen schon der Titel verrät, ob man heute Abend anspruchsvoll über das Leben nachdenken oder mit einem Bier in der Hand „Ach du Scheiße!“ rufen wird. SCARED SHITLESS gehört ziemlich eindeutig zur zweiten Sorte. Und das ist als Kompliment gemeint.
Klempner Don nimmt seinen Sohn Sonny mit zu einem Auftrag in einem Wohnhaus. Sonny hat panische Angst vor Keimen, was den Ausflug für ihn ohnehin schon zur persönlichen Hölle macht. Dann stellt sich heraus, dass in den Rohren eine blutrünstige Kreatur unterwegs ist. Mehr Handlung braucht dieser Film eigentlich nicht. Vater und Sohn haben ein Problem, das mit einer Rohrzange allein schwer zu lösen sein dürfte, und die Hausbewohner sollten ihre Badezimmergewohnheiten schleunigst überdenken.

Ein blutiger Spaß und VHS-Vibes bis zum Abwinken.
Regisseur Vivieno Caldinelli inszeniert das Ganze mit sichtbarer Freude an allem, was schleimig, blutig und herrlich bescheuert ist. Die Kreatur lauert dort, wo selbst abgebrühte Horrorfans gern fünf Minuten Privatsphäre hätten. Aus diesem Einfall holt der Film eine erfreuliche Menge ekliger Überraschungen heraus. Die Gore-Effekte spritzen, matschen und sorgen zwischendurch für genau jenes begeisterte Gelächter, bei dem man kurz prüft, ob mit dem eigenen Geschmack noch alles in Ordnung ist.
Dazu kommt dieser wunderbare VHS-Vibe. SCARED SHITLESS fühlt sich an wie ein B-Movie, das man früher zufällig aus der Videothek mitgenommen hätte, weil auf der Hülle ein Monster, ein völlig irrer Titel und ein fragwürdiges Qualitätsversprechen standen. Zu Hause stellte man fest, dass die Geschichte auf einen Bierdeckel passt. Und sah den Film trotzdem bis zum Ende, weil alle Beteiligten offenbar genau wissen, was für einen Unfug sie da treiben.


Im Die kleinen Verschnaufpausen zwischen den Monsterattacken sind eher dazu da, frisches Bier zu holen. Steven Ogg als Don und Daniel Doheny als Sonny geben dem ganzen Irrsinn aber ein sympathisches Zentrum. Ihre ungleiche Vater-Sohn-Kombination trägt den Film auch dann, wenn gerade niemand aus einem Abfluss angegriffen wird.
Das Schönste an SCARED SHITLESS ist seine Laune. Der Film will Spaß machen, Ekel und Gelächter möglichst dicht nebeneinander platzieren und seinem Publikum ein paar angenehm geschmacklose Bilder mit nach Hause geben. Das gelingt ihm. Er ist trashig, manchmal albern und an den richtigen Stellen ordentlich blutig – ein kleiner Monsterfilm aus der sehr sympathischen Ecke des Horrorregals.

Die passende Vorführung ist deshalb schnell organisiert. Bier kaltstellen, Pizza bestellen, gute Leute ins Haus holen und den Film einwerfen. Wer beim nächsten Toilettengang ein wenig länger auf den Abfluss starrt, hat den Abend offenbar richtig genossen.
Ab 16. Oktober 2026 als limitiertes Mediabook sowie DVD und Blu-ray erhältlich.
Digital bereits ab 1. Oktober verfügbar.

